Vorreiter USA: Im Westen nichts Neues – bei uns aber schon

In unserem letzten Artikel "Ebook = Starbucks zum Lesen" haben wir es bereits angesprochen, dass eine Vielzahl der Trends in Deutschland bereits einige Jahre vorher in den USA ähnlich verliefen. Im Moment stehen bei den Amerikanern die Ebooks hoch im Kurs. Bei uns werden sie hingegen belächelt - noch.

Um vorhersagen zu können, wie der deutsche Ebook-Markt in wenigen Jahren aussieht, kann man den heutigen amerikanischen Markt heranziehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Trend des digitalen Buches bei uns ähnlich entwickelt.

Eine aktuelle Studie des PewResearchCenter hat die derzeitige Entwicklung in der (elektronischen) Bücherwelt der USA beleuchtet und erlaubt uns, einige interessante Vorhersagen für den deutschen Ebook-Markt zu treffen.

 

Wer Ebooks liest, liest gern und viel

Und das nicht nur digitale Werke, sondern meistens auch gedruckte. Nur 12 Prozent der Leser von Ebooks lesen keine "richtigen" Bücher mehr. Die Mehrheit wechselt das Medium nach belieben, abhängig von den Umständen, dem Titel, sowie Lust und Laune. Immerhin 24 Titel verschlingen sie durchschnittlich pro Jahr. Die meisten davon (61 Prozent) sind gekauft, der Rest ist geliehen. Drei von zehn Befragten gaben an, dass das Ebook selbst der Grund ist, wieso sie im Vergleich zu den traditionellen Bücherwürmern so viel lesen. Letztere verschlingen durchschnittlich 15 Bücher pro Jahr, von denen beinahe die Hälfte (54 Prozent) ausgeliehen wurden.

 

Immer mehr Leser wählen Ebooks

Bücherregal in USA

In den USA findet man Ebooks schon seit Jahren in den Bücherregalen

Digitale Bücher werden von immer mehr Menschen gelesen. In den USA hat es bereits jeder fünfte Erwachsene mindestens ein mal getestet, 15 Prozent der Amerikaner lesen seitdem regelmäßig digitale Werke. Im Juni 2010 waren es nur vier Prozent.

29 Prozent besitzen einen Ebook Reader oder ein Tablet und sind damit auch in der Lage, jederzeit ein Ebook ihrer Wahl zu lesen. Besonders beliebt ist das neue Medium bei jungen Erwachsenen.

 

Computer auch in den USA noch vor Kindle und Co.

Nach wie vor ist der Computer das am meisten bevorzugte Lesegerät. 42 Prozent der Leser nutzen den Rechner zum Lesen der Ebooks, dicht gefolgt von den Ebook Readern von Kindle und Nook. 29 Prozent der Leser haben schon einmal ein Ebook auf ihrem Smartphone gelesen und immerhin 23 Prozent auf ihrem Tablet.

 

Ebooks sind nicht immer Trumpf

Während das Ebook auf Reisen und in Sachen Verfügbarkeit eindeutig Punkte sammelt, greifen die Leser in anderen Situationen deutlich öfter zum gedruckten Werk. Wenn ein Amerikaner mit einem Kind lesen möchte, wählt er nur in neun Prozent der Fälle ein Ebook. Auch wer seine Bücher gern mit anderen Menschen teilt, greift nur ausnahmsweise zum Ebook. Nur 25 Prozent der Gemeinschaftsbücher werden derzeit digital gekauft.

Insgesamt kann man sagen, dass das Ebook auch in den USA bisher sein Potential noch lange nicht ausgeschöpft hat. In Deutschland befindet sich dieser Trend sowieso noch in den Kinderschuhen. Wir dürfen also gespannt sein, wohin genau der Weg für das Ebook führt. Die die grobe Richtung scheint jedoch vorgegeben: Nach oben.

 

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